Reisebericht zur 1. Kakteenreise – eine Reise zu den Sclero- & Pediocactus
Vorgeschichte & Reisevorbereitung
Nachdem ich im Jahr 2007 meine „Mexicaner-Kakteensammlung“ abgegeben hatte habe ich noch im Herbst begonnen meine neue Kakteen-Sammlung aufzubauen – diesmal jedoch sollten es nur bei uns winter- bzw. frostharte Kakteen sein. Außer die „normalen“ Opuntien und Echinocereus, außer eine Ausnahme, später dazu mehr.
Anfang des Jahres 2008 reifte der Gedanke doch einmal die Standorte der von mir geschätzten Sclerocactus & Pediocactus zu besuchen. Das dies die Four-Corner-States in den USA waren, das war mir zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt. Bietet die Reise doch den Vorteil nicht nur die Kakteen zu besuchen, sondern auch die grandiose Landschaft und die NPs, National Parks, der USA.
Dies sollte meine 1. Reise zu den Kakteen am „Originalstandort“ überhaupt werden.
Ich begann zu erst einmal die Preise für Flug, Hotel und Auto zu eruieren. Gleichzeitig begann ich mich mit der Software Topo-USA 7.0 zu beschäftigen. Google-Maps und das Internet wurde Informationsquelle Nummer 1.
Hier fand ich auch den Weg zum Forum „Forum Discover America“.
Wenn ich nun in den USA war, wie aber in dem riesigen Gebiet die gesuchten Pflanzen finden?
Nur per Zufall suchen gehen, das konnte es nicht sein. So suchte ich nach verbürgten Standorten von Kakteen bzw. GPS-Daten zu Standorten. Das ist gar nicht so einfach wie man oft denkt, denn alle diese Kakteen sind geschützte Pflanzen, stehen teils auf der „Roten Liste“ und sind strengstens geschützt. Somit werden die Standorte nicht öffentlich gemacht. Die Suche beschäftigte mich sehr, aber ich fand die richtige Methode um doch fündig zu werden.
Gleichzeitig fand ich einen anderen Sammler der schon mehrmals am Standort war und mir wertvolle allgemeine Tipps geben konnte.
Letztlich hatte ich über 400 GPS Standortdaten bzw. Standorte welche teils in GoogleMaps verzeichnet waren oder selbst recherchiert worden sind in der Hand. Natürlich waren dabei viele Standorte außerhalb meiner groben Route oder Standorte von Pflanzen die mich nicht so interessierten.
Somit konnte nun die Routenplanung beginnen. Hier arbeitete ich mit Topo-USA, anfänglich noch mit GoogleMaps.
Die Route zu planen ist nicht einfach, da ich von manchen Pflanzen etliche Standorte hatte. Finde ich die Pflanzen bereits am 1. Standort, so brauchte ich diese ja im weiteren Verlauf der Route nicht nochmals an weiteren Standorten anfahren. Also war die eigentliche Route offen und wie sich später zeigte fuhr ich wesentlich mehr als gedacht…
Die Route im groben (hierzu ist es notwendig sich GoogleMaps zu laden um die Route zu verfolgen):
Flug München-Denver, Denver-Grand Junction, Grand Junction die 50B runter Richtung Delta, von dort zurück zur 70 und weiter nach Moab, von Moab tiefer gen Süden die 191 runter zu einigen Standorten, zurück zur 70 nach Green River, von dort nach Hanksville, weiter nach Torrey, Boulder, weiter ein Stück die „Hole in the Rock-Road“ runter, zurück zur 12 und weiter die 89 nach Hatch, nach Kanab, die 89 weiter nach Page, von dort zum North Rim, zu den Wahweap Hoodoos, Mexican Hat, Durango, La Boca Ranch. Ab hier ist die Route offen, es bieten sich mehrere Möglichkeiten an wieder nach Denver zu kommen. (ist abhängig vom bisherigen Erfolg der Reise)
Natürlich sollen auf der Reise auch die „Sehenswürdigkeiten“ & die NPs besucht werden. Also Arches-NP, Bryce-Canyon, Capitol Reef, Gleen- & Grand-Canyon, die Wahweap Hoodoos (von denen ich erst im „Forum Discover Amerika“ erfahren habe), Monument Valley, Mexican Hat, Dinospuren wenn geht (es ging J) usw.
Etliche dieser Strecken bin ich mehrmals gefahren, bzw. ging es von den Strecken dann in das Feld. (Feld von Feldforschung, nicht das Feld des Agrarökonoms ) Letztlich wurden es über 4700km…
Meine technische Ausrüstung bestand aus einem 12“ Laptop mit GPS-Maus von Navilock, einen GPS-fähigen PDA ASUS 636 mit entsprechender GeoCaching-Software (alle Displays ließen sich trotz der teils extremen Sonne gut ablesen) den gängigen Stromadaptern zu dem amerikanischen Steckdosen und KFZ-Adaptern dazu.
Weiterhin einer DSLR Nikon D60 mit entsprechendem Zubehör wie Polfilter, ohne dem geht Garnichts, Ersatzakkus, was aber unnötig war wie sicher heraus stellte, und allen möglichen Kabeln und Stromverteilern. Natürlich auch die Software Topo-USA. Ich habe zwar noch Streetatlas, ich habe jedoch ausschließlich Topo-USA benutzt.
Mein Handy war bereits voll USA-tauglich, es ist ein Quadband-Handy und mein Anbieter congstar (also Telekom) funktioniert in den USA ohne Probleme (Telekom-USA).
Die gesamte Technik hat sich 1A bewährt und selbst nach dem Sandsturm bei Hanksville, kommt später, gab es keine Ausfälle an der Kamera oder am Laptop.
Was braucht man im Feld noch? Wanderschuhe mit einer dicken Sohle, die Dornen der Kakteen gehen durch eine einfache Sohle durch wie durch Butter, einem Rucksack für Trinken, Kamera & Notfall-Verbandskasten. Ordentliche Kleidung, besser gesagt zweckmäßige, Sonnenhut, Sonnencreme und tausend kleine Dinge…
In den Koffer kam noch ein Schlafsack, denn ich hatte vor teilweise im Auto zu übernachten.
Ich buchte den Flug und den Midsize-SUV bei DERTour im Reisebüro meines Vertrauens in Plauen bereits Anfang Februar 2008. Das sichert Frühbucherrabatt zum Rabatt… Der Flug ging im Direktflug, das wollte ich unbedingt haben, von München Terminal 2 nach Denver International Airport mit der Lufthansa. Flug LH480 und LH481. Das Auto wurde bei Alamo angemietet. (ich wollte einen Toyota RAV4 haben, weil ich in diesem bequem schlafen kann, und habe diesen auch später in Denver bekommen)
Ich benötigte noch einen neuen Reisepass, dazu waren Bilder nötig, eine Kreditkarte musste her (bisher konnte ich gut ohne leben) ein brauchbarer Rucksack, gute Wanderschuhe, etliches an technischer Ausrüstung, die Nikon D60 mit Zubehör wurde angeschafft und und und.
Viele gute Hinweise/Ratschläge konnte ich vom „Forum Discover Amerika“ bekommen.
Mein Flug sollte von München 9.30Uhr ab nach Denver gehen. Nur wie jetzt von Syrau zum Flughafen München kommen und morgens 6.30Uhr da sein? Per Bahn und S-Bahn wäre das so gewesen, das ich schon bereits kurz nach Mitternacht am Terminal2 gewesen wäre. Und dann stundelang rumstehen? Ebenso dann nach dem Rückflug. Es ist recht schwierig per Bahn wieder nach Hause zukommen. 3-mal umsteigen, warten – dazu hatte ich keine Lust. (das Bahnticket hatte ich ja kostenlos zum Flug bekommen)
Ich suchte im Internet nach anderen Lösungen und fand das Hotel „Schweigers“ in Wartenberg, das liegt fast direkt neben dem Flughafen. Dort konnte ich 17 Tage mein Auto einstellen, die Nacht vor dem Flug schlafen und hatte incl. das Shuttle zum Flughafen und wieder zurück nach dem Rückflug – das Ganze für 59.–€. Also eine ideale Lösung!
Der Flug und das Auto waren gebucht, die technische Ausrüstung stand, meine Kakteenstandorte waren bereit erkundet zu werden, die restliche Ausrüstung stand auch.
Die Reise sollte am 14.April 2008 beginnen und am 01.Mai 2008 enden, die Vorbereitungen dazu liefen seit Januar 2008.
Suchte ich anfänglich noch einem Mitstreiter auf dieser Kakteentour, so war ich später und auch während der Reise sehr froh dieses nicht getan zu haben. Denn nur dadurch ist man in seinem Entscheidungen völlig frei und braucht auf niemand Rücksicht zu nehmen, selbst wenn eine Interessengemeinschaft vorliegt.
Es sei mir bereits an dieser Stelle gestattet drauf hinzuweisen, das die Blütezeiten der einzelnen Pflanzen am jeweiligen Standort mir nicht genau bekannt waren/sind bzw. das Klima an den einzelnen Standorten, ich bin bei Frost in 3100m Höhe und bei 30°C in der Wüste unterwegs gewesen, sehr unterschiedlich ist. So kann man es eigentlich als Glücksfall betrachten, wenn man genau zur Blüte am Standort ist. Teils hatte ich dieses Glück und konnte seltenere Pflanzen in Blüte finden/sehen.
Fertig, alles klar? Fertig – es kann losgehen!
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Viel Spaß!