Reisebericht zur 1. Kakteenreise – eine Reise zu den Sclero- & Pediocactus
28. & 29.April, die letzten Kakteen in Denver, Rückgabe des RAV4, die letzte Nacht in den USA
Ich wachte in Denver auf, heute sollte es ja zu den Echinocereus gehen, welche vor 14 Tagen noch nicht blühten, aber schon Knospen hatten.
Ich machte erst mal Frühstück, ging den Tag langsam an, denn ich hatte ja nicht weit zu fahren. Der Wetterkanal im TV sagte nichts Gutes. Ein Blick aus dem Fenster bestätigte das auch.
Die letzten Tage war das Wetter recht heftig. Nachts teils etliche Minusgrade, tagsüber dann 24°C.
Es waren auch heute Minusgrade, der Himmel bewölkt und es wehte ein kalter, heftiger Wind, Regen war angesagt und so sah es auch aus. Was das für die Kakteenblüte bedeutet, das war ja klar, oder?
Es war Vormittag, ich machte mich auf dem Weg, fuhr von der 70 auf die 58West und dann die 93 hoch Richtung Boulder.
Am Standort angekommen fand ich die Pflanzen genau so vor, wie ich sie vor 14 Tagen schon gesehen hatte! Die Knospen hatten sich nicht weiterentwickelt. Klar, bei den Nachttemperaturen.
Dazu muss man auch wissen, dass wenn die Knospen erst mal eine gewisse Größe erreicht haben, diese das Wachstum stocken, um bei optimalen Wetterbedingungen sehr schnell weiter zu wachsen und sich zu öffnen. Denn, es muss auch das Wetter für den Bestäuber optimal sein, z.B. Insektenflugwetter usw.
Ich suchte hier einige Zeit, fand aber nur knospige Pflanzen.
Ich hatte Zeit fuhr weiter gen Norden um eventuell noch durch Zufall an einen Standort von Escobaria missouriensis zu kommen. Nur hier machte das Land seinem Ruf alle Ehre, Zäune über Zäune, Warnschilder über Warnschilder.
Es gibt mache Kakteensammler die sagen: die USA, das abgesperrte Land! Hier ist es für den Kakteenliebhaber sehr, sehr schwer an die Standorte zu kommen. Daher fahren viele lieber nach Mexiko, da interessiert das keinem wo man hin oder langgeht…
Ich suchte hier im Gelände um Denver noch einige Standorte auf, fand aber nirgends Pflanzen in Blüte.
Ja, das war es nun endgültig, meine letzten Reserven waren erschlossen, es gab, Kakteenmäßig gesehen nichts mehr zu tun.
Ich fuhr wieder gen Denver, ging einkaufen und fuhr ins Motel zurück. Dort angekommen machte ich erst mal ein kleines Schläfchen…
Aber nicht lange, denn morgen musste ich das den RAV4 wieder abgeben. Und da das Auto durch Sand und dem Sandsturm in Hanksville ganz schön dreckig war, musste ich was tun. (nicht das ihr denkt ich fuhr die ganze Zeit mit dem Dreck im Auto rum, nee, nee, der wurde schon nach Hanksville grob entfernt)
Außen am Auto habe ich den groben Schmutz weggemacht, Staub eben. Die Fußmatten habe ich ausgeklopft, und alles was erreichbar war mit einem feuchten Tuch gereinigt, ich hatte mir eine Küchenrolle ins Gepäck getan, als Universalgebrauchsgegenstand und die leistete jetzt gute Dienste.
Wenn Andere ihre Autos dreckig abgeben, das soll nicht mein Maßstab sein, ich will mein Autos sauber abgeben und mir nicht nachsagen lassen wir Deutschen sind Dreckschweine!
So, nun sah der RAV4 fast besser aus, als ich ihn bekommen habe.
Der Tag war rum, ich hatte alles getan um die letzten Kakteen in Blüte zu sehen, es hatte aber nicht sollen sein.
Morgen muss ich das Auto abgeben, dann hatte ich noch eine Nacht in Denver.
An dieser Stelle muss ich einfügen, dass ich meine Reise bereits im Januar gebucht habe und wir zur Sicherheit am Tag der Auskunft und eine Tag vor dem Rückflug ein Hotel in Denver gebucht haben. (im Reisebüro)
Damals wusste ich noch nicht, wie einfach das mit der Rückgabe des Autos ist, wie frisch ist man am Ankunftstag nach den langen Flug? Kann man da noch aus Denver raus gen Westen fahren?
Aus heutiger Sicht kann ich sagen: am Tag der Ankunft kann es durchaus gleich gen Westen gehen, raus aus Denver. Und am Rückflugtag reicht es aus in der Nähe von Denver, oder in Denver selbst, eine Bleibe zu haben. Rückgabe des Autos und Rückflug am selben Tag.
Gut, nun hatte ich einen Tag mehr in Denver, was soll‘s.
Der 29. April
Ich packte meine Sachen im Motel, nachdem ich gefrühstückt hatte. Ich fuhr die 70 durch Denver in Richtung Osten, zum Flughafen. Mein Hotel, das „Airport Comfort Inn“ lag direkt gegenüber den Pena Blvd an der Kreuzung zur 70. Dort fuhr ich erst mal hin, einchecken und um meinen Koffer abzugeben. Denn den musste ich ja sonst mit hin zu Alamo nehmen und wieder zurück ins Hotel.
Es war so gegen 11Uhr im Hotel. Eine junge Frau am Tresen sagte, das Voucher ist ok, nur das Zimmer bekomme ich erst ab 16Uhr. Uff. Wie? Warum? Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich gleich mein Auto abgeben musste und ich nicht das ganze Gepäck zum Flughafen hin- und wieder zurück schleppen wollte. Nichts zu machen, die blieb stur! Nicht mal meine Koffer durfte ich hier solange aufbewahren, das gänge nicht…
Ich fuhr also zum Flughafen, reihte mich dort auf der Straße in die zwei Spuren für „Rental Car Return“ ein, fuhr zu Alamo und über die etwas unheimlich anmutende Sperre ins Gelände zu Alamo. Die Sperre besteht aus einer Schiene mit Metallspitzen, welche bei der Einfahrt umklappen, hoffentlich, aber bei einer Ausfahrt in die andere Richtung sich in die Reifen bohren würden. Rein ja, raus nein.
Hier war alles voller Autos. Ich wurde in eine der vielen Reihen eingewiesen. Hier kam Auto für Auto an, ohne Unterlass… Ich packte meine Sachen aus, Rucksack auf den Rücken und den blöden Koffer händisch hinterher.
Es war auch schon ein Mann am einscannen des Codes, er fragte ob alles ok sei. Ich sagte das mit der Wartung, sonst ist alles ok. Er nickte nur, gab mir die Quittung und verabschiedete sich. Und – ich solle doch nochmals sehen, ob alles aus dem Auto raus ist! Das war‘s auch schon. Wie, das war alles? Das ganze hat keine 2 Minuten gedauert…
Nebenbei, ich sah hier kein einziges wirklich verdrecktes Fahrzeug an der Rückgabe stehen.
Der Shuttle von Alamo brachte mich wieder zum Terminal West. Dort ging ich zur Lane 3 und bestellte den Shuttle von Hotel, ich musste ja dorthin zurück.
Ich wartete 10 Minuten, ein freundlicher, älterer Farbiger packte meinen Kram, wir unterhielten uns etwas während der Fahrt in Hotel und ein 2$ Tip wanderte am Hotel in seine Hand.
Wieder im Hotel sollte ich nun bis 16Uhr auf mein Zimmer warten?
Ich kam ins Hotel rein und wurde diesmal von einem jungen Mann begrüßt. Ich sagte, ich habe schon eingecheckt, könne aber nicht ins Zimmer.
Da blickte er mich mit großen Augen an und fragte: warum können Sie denn erst um 16Uhr ins Ihr Zimmer, Sir?
Na weil die Dame vorhin sagte, das sei erst ab 16 Uhr möglich. Er begann sich tausendmal zu entschuldigen, natürlich sein mein Zimmer sofort bereit, und das wäre es auch vorhin gewesen…die Dame ist neu und werde gerade angelernt…und ich schleppe das gesamte Gepäck zum Flughafen hin und wieder zurück. Ich war sauer!
Das Zimmer hier war schon etwas nobler als die Motels, kostete aber auch mehr…
So, das sollte nun die letzte Nacht werden in den USA!
Ich packte meine Sachen aus, und begann alles ordentlich einzuräumen und zu verstauen. Die Elektronik in bewährter Weise in den Rucksack. Der Rest in den Koffer.
Es war früher Abend als ich damit fertig war und ich beschloss, jetzt ist Feierabend. Ich hatte noch reichlich zu Essen, das musste weg, ich brauchte morgen ja auch nichts für das Frühstück aufheben, das gab es hier dazu.
Ich machte es mir gemütlich, sah fern und schlief irgendwann ein…
Gute Nacht!
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