Reisebericht zur 1. Kakteenreise – eine Reise zu den Sclero- & Pediocactus
27. April, Sclerocactus im Escalante Canyon und Grand Junction,
Fahrt nach Denver
Wuff, der Heizer im Zimmer zünde und spendete bald wieder mollige Wärme.
So begann der Tag in Delta. Heute wollte ich zurück nach Grand Junction fahren um nochmals die Sclerocactus, welche ich vor 10 Tagen nur knospig vorfand, zu besuchen. Denn, nun müssten diese ja blühen!
Ich ließ mir Zeit, denn ich die Fahrt zum ersten Standort war recht kurz. Nach dem Frühstück startete ich gemütlich fahrend zum Escalante Canyon. Ich kannte die Strecke, und fuhr runter bis zum Gunnison River.
Dort waren, am Sonntagmorgen, schon etliche Schlauchbootfahrer und Kanuten mit ihren Booten zu Gange und es wurden mit der Zeit immer mehr Leute, die dort dem Wassersport nachgingen.
Ich aber wollte Kakteen – und zwar blühende. Nur war es dazu noch zu kalt. Ich packte meine Sache, stieg weit ins Gelände um hier eventuell noch andere Pflanzen zu finden, Zeit hatte ich ja.
Ich fand wiederum die schöne, weiß bedornete Opuntia, Echinocereus, Opuntia in allen Varianten. Die Sonne stieg höher, es wurde wärmer. Die Zeit verging…ich saß zwischendurch an einer Felswand und wäre in dieser Stille und der Sonne beinahe eingeschlafen…
So – nun aber zu den Sclerocactus! Ich fand die Pflanzen sehr schnell, ich wusste ja, wo sie stehen. Aber was war das denn? Die erste Pflanze war verblüht, die nächste hatte Knospen und verwelkte Blüten. Was ist hier los? Ich fand nach einigem Suchen keine einzige Blüte, die heute hätte blühen können! Entweder schon verwelkt oder noch zu klein! Es war wie verhext…
Aber ich hatte ja noch weiter Standorte in GJ parat. Ich fuhr nach GJ rein, bog nach Links weg, fuhr durch das Golfplatzgelände zum nächsten Standort. Dieser liegt in einem Wohngebiet und heute war Sonntag, die ganzen Leute in den Gärten. Ich stieg an den Hang zum Standort, fand die Pflanzen und auch hier der gleiche Zustand der Blüten! Keine einzige offene Blüte… Es war wie verhext.
Was tun? Ich hatte ja noch Standorte in Denver. Sollte ich schon heute nach Denver fahren?
Ich fuhr erst mal Tanken und nutze die Zeit um zu überlegen – auf nach Denver!
Ich fuhr hoch zur 70West und dann nach Denver. Es war schon Nachmittag und es war eine schöne Strecke vor mir, den Tacho hat’s gefreut.
Hier fällt mir ein, seit einiger Zeit leuchtete im Auto die Anzeige MAINT REQUI. Ich wusste wohl, dass das Maintenance Requirement heißt, aber nicht was hier gewartet werden musste. Es könnte ja was Wichtiges wie die Bremsen sein, oder so.
Ich sah im Handbuch des Autos nach, was im Kofferraum in den Seitentaschen war. Im Handbuch fand ich noch einen 2. Ersatzschlüssel! Den ohne Fernbedienung. Hätte ich das gewusst, ich hätte mir diesen mit in meinen Brustbeutel getan, zur Sicherheit. Also, seht dort nach, da liegt also ein zweiter Ersatzschlüssel, der erste ist ja zusammen mit dem Zündschlüssel per Metallband verbunden, wo er eigentlich nichts nützt.
Die Anzeige bedeute laut Handbuch u.a. auch den turnusmäßigen Ölwechsel machen zu lassen. Und laut Aufkleber in der Fahrertür stimmte dieser mit meinen Meilen am Tacho überein. Also wegen des Ölwechsels mache ich keinen Stress, das hält das Auto locker noch ein paar hundert Meilen aus.
Ich war wieder in Denver. An der Ausfahrt 267 liegen links und rechts der Straße sämtliche Motelketten zur Auswahl und unterbieten sich im Preis. Hier stieg ich ab für 2 Nächte.
Unterwegs habe ich eine oder zwei Ausfahrten eher einen Wal-Mart gesehen. Dorthin fuhr ich zurück um einzukaufen. Nur, die hatten hier keine Gemüseabteilung… Ich fragte eine Frau, wo hier in der Nähe ein laden sei, der auch Melonen hat. Die meinte gehe mal nebenan zu Kings, die haben Melonen in jeder Art. Aha!
Kings ist ein recht nobler Laden, die Kundschaft anders als im Wal-Mart. Ich kaufte meine Melonen und suchte die Kasse. Ich fand keine. Ich sah aber Damen, die einen Wagen hatten die Waren scannten, nur eben nicht an einem Band. Nein, das geht hier anders.
Die Damen kommen und fragen ob man mit dem Einkauf fertig sein. Wenn ja, nehmen sie dem Wagen, fahren hinter einen unscheinbaren Tresen und scanne die Waren dort ein. Das ganze hat keinen Kassen-Charakter. Mein Wagen wurde mir also abgenommen, die Kassiererin fragte ob ich Deutscher, sei. Ja. Ihre Nachbarn sind aus Bayern und wohnen schon einige Zeit in den USA. Das Ganze geht ganz ruhig und ohne Stress. Sie packte mir die Sachen ein und übergab mir nach der Bezahlung den Wagen wieder und fragte ob ich jemand zum Einladen ins Auto haben möchte… Hier dachte ich an den Markt-Kauf bei mir zu Hause…
Im Motel klinkte ich mich beim Nachbar-Motel ins Internet ein und erledigte dort meine Sachen.
Es folgte Duschen, Abendbrot, ich hatte ja noch Salami, und Fernsehen…der Wetterkanal sagte für Denver Wolken und Regen voraus.
Morgen sollte es wieder zu Echinocereus viridiflorus gehen, aber wenn der Wetterbericht Recht hat, dann wird das nix.
Heute war wieder ein Tag, an dem ich wirklich Pech hatte! Sollte das morgen etwa wieder so werden wenn schlechtes Wetter wird?
Gute Nacht!
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