Reisebericht zur 1. Kakteenreise – eine Reise zu den Sclero- & Pediocactus
26.April, Pediocactus despanii, wieder zum Chimney Rock, nach La Boca, Pediocactus knowltonii & Delta1, Cortez
Ich wachte in Cortez im Motelzimmer auf, wie meist recht früh.
Doch heute war ja was anders, ich musste ja bis 9Uhr warten, damit ich mein Permit für das Navajo-Reservat kaufen konnte ich Sclerocactus mesae-verdae in Blüte sehen konnte!
Ich kochte Kaffe, sah den Wetterkanal (wie immer, Sonne pur, warm) und machte erst mal Frühstück, Salamisandwich gab es.
Nur was bis 9Uhr machen? Ich hatte da ja noch einen Standort von Pediocactus despanii in der Nähe, den konnte ich derweil ja besuchen.
Ich packte meine Sachen ein, warf den Zimmerschlüssel in den Briefkasten, und fuhr in Richtung Nord-West die 491 lang. Laut Karte konnte ich den Standort recht gut erreichen und nach etwas Abbiegerei und war ich nach rund 35 Meilen auch schon da.
Es kann nicht war sein, der Standort liegt im Garten eines Grundstückes, das sehr nach Indianer aussah. Na ja. Soll ich dort am frühen Morgen und am Samstag fragen? Nee, lieber nicht. Das Gelände daneben sah genau so aus und hier konnte Pediocactus wachsen. Ich parkte den RAV4 am Rand der Straße und versank im Sand. Es ging richtig abwärts. Hier wäre mit einem normalen PKW mal wieder Schluss gewesen…
Ich suchte hier über eine Stunde im Gelände, fand aber leider nichts! So ist das eben…
Ich fuhr zurück, die Straße führte durch lockeren Wald. Heute habe ich doch wirklich ein Hörnchen, einen Chipmunk, jedenfalls so ein kleines niedliches Hörnchen überfahren.
Es sprang aus dem Wald rechts vor mir auf die Straße. Ich habe noch versucht zu bremsen, aber habe es erwischt. Und das, wo ich doch die Tierchen so gerne habe...
Ich fuhr wieder in Richtung 160Süd, sah auch schon bald den Chimney Rock stehen und freute mich ja auf S. m.-v.!
Ich parkte direkt vor der Permit-Bude, eine ehemalige Tankstelle. Nanu, alle Ketten waren über die Straße gehängt und das 8.50Uhr? Ich sah mich dort im Gelände um, mein weiß ja nie, vielleicht macht man einen Zufallsfund.
9.05Uhr, keiner da. Was soll das? Ich ging um die Bude rum und sah dann in der Türe einen ganz kleinen Zettel: geöffnet ab 24. Mai…!!
Da hat mich doch der Navajo-Ranger ordentlich verarscht! Denn der hat doch ganz genau gewusst, dass die Bude erst ab Ende Mai auf hat und ich somit gar kein Ticket kaufen konnte…
Was tun? Einfach in das Reservat reinfahren? Das könnte sehr kritisch werden, den der Ranger hat gestern mein Kennzeichen notiert und wenn ich nun zum zweiten Mal erwischt werde, das ist bestimmt ungünstig!
Da stand ich nun, ich armer Tor, und so schlau als wie zuvor…nix da mit Blüten und so…ich weiß wo die Pflanzen stehen, ich weiß das sie ebne heute blühen, ich kann das Habitat fast sehen…und darf nicht hin!
So begann der Tag heute.
Na gut, wenn das nicht geht, dann was anderes. Ich fuhr zur La Boca Ranch unterhalb Ignazio um meinen Liebling Pediocactus knowltonii zu suchen.
Es ging die 160 lang Richtung Osten, runter auf die 172 nach Ignacio und weiter zur La Boca Ranch. Ich sah mal einen Bericht über Ignacio, das eine Hochburg der Indianerkultur ist, und wo ich Indianer gesehene habe, die waren so dick, das es fast schon unheimlich war.
In La Boca hatte ich 2 Standorte. Ein Standort lag direkt unerreichbar im Indianerreservat…Zaun, Schild, Betreten strengstens verboten, Permit…ja, ja, das kenne ich ja schon. Grrr...
Na gut, auf zum zweiten Standort, was leichter gesagt als getan war. Ich fuhr ins Gelände, und stand etwas später vor einem Graben. Feierabend. Gut, dann anderes rum. Ich fuhr die Straße wieder runter nach Süden, bog ab und stand wieder auf einer kleinen Straße, als mir auch schon eine Staubwolke entgegnen kam, ein Truck. Wo in aller Welt kommt der hier her? Etwas weiter sah ich, hier wurde nach Gas gebohrt. Alles offen, jeder kann da ran, in Deutschland völlig undenkbar...hier normal.
Weiter zum Standort, hier mitten in der Prärie stehen tatsächlich einzelne Wohnhäuser. Das was ich im Satellitenbild als Stallgebäude ansah, das waren Häuser!
Ich ging zum Haus und klopfte an die Tür, mal sehen, vielleicht ist ja einer da und kann bei meiner Kakteensuche Hinweise zum Standort geben. Es schien keiner da zu sein.
Ich parkte also im Gelände, packte mein GPS und meine restliche Ausrüstung und steig ins Gelände.
Mein Standort lag in einem Wash! Also durch richtig, denn im Wash ist länger Feuchtigkeit, der Kakteensamen kann besser keimen – also Wash = Pflanzen.
Ich suchte hier längere Zeit, fand aber außer einer Escobaria und einer schönen, recht kleinen Cylinderopuntia nichts! Leider. Und diese Escobaria war schon mehr tot als lebendig, fast schon vertrocknet.
Ich habe die Vermutung, das hier der Regen ausgeblieben ist und somit die Pediocactus knowltonii einfach im Boden verschwunden waren und nicht blühten. Denn mein Standort ist durch aus richtig, zumal es ein Wash war. Ich stieg hier noch einige Zeit im Gelände rum und brach die Suche dann ab.
Ich kam noch an der Gasdruck-Station vorbei, die eigenartige Geräusche verbreitete. Die Station steht völlig offen im Gelände und regelt den Gasdruck in einer Leitung. Die weißen Tanks im Bild enthalten Schmieröl für den Regler. Dieser entlässt aber ständig einen recht großen Teil des Gases, so dass in der Nähe alles nach Gas riecht. Ob das so sein soll?
Hier war meine Reise zu Ende! Das war der letzte Standort!
Wie nun weiter, ich hatte ja noch ein paar Tage Zeit. Ich beschloss, die Kakteen im Norden, welche ich allesamt knospig vorgefunden habe erneut zu besuchen, denn es sind teils fast 14Tage vergangen!
Also gut, auf zur 70, 200Meilen nach Norden…
Es war schon recht spät als ich mich entschloss zurück nach Durango zu fahren und dort auf die 550Nord zu fahren. Ich wollte wieder nach Grand Junction, wo ich vor 10 Tagen ja schon mal war.
Ich fuhr wieder mal aus der Wüste ins Hochgebirge. Hier in über 3000m Höhe, die Straße, lag noch Schnee, an den Hängen sah ich Schifahrer, überall noch Wintersport. Die Straße hatte sehr viele Kurven und Geschwindigkeitsbegrenzungen, das Fahren war anstrengend. Es war Eis auf der Straße, Geröll, Steine. Ich kam nur langsam vorwärts. Der Tacho zählte die Meilen…
Es war schon fast dunkel, als ich durch Delta fuhr, kurz vor GJ. Rechts war eins der vielen Motels zu finden, 25$, ok, ich checkte dort ein.
Die Fahrt war anstrengend und lang, wie der Tag heute.
Es folgte das übliche Prozedere im Hotel, vorher war ich beim Mexikaner um die Ecke was essen, tagsüber hatte ich keine Zeit…
Im Zimmer gab es in der Ecke ein komisches Rohr mit einem Gitter rum. Hmm, das ist die Heizung! Unten war ein kleiner Hahn, den ich mal rumdrehte. Wuff, eine Flamme wurde gezündet und das Ding wurde recht schnell heiß und verbreitete im Zimmer eine sehr wohlige Strahlungswärme.
Nach dem Duschen lag ich auf dem Bett, der Gasheizer wärmte mich schön und welch Wunder, es war durch Zufall MASH zu sehen…
Heute war ein komischer Tag, nichts klappte, das Hörnchen war hin, keine Pediocactus knowltonii…und meine Reise eigentlich zu Ende.
Gute Nacht!
![]()