Reisebericht zur 1. Kakteenreise – eine Reise zu den Sclero- & Pediocactus
25.April, gen Norden zur 95 Kakteen suchen, Natural Bridges NP, Kakteen an der 161, Cortez
Heute sollten wieder etliche Meilen dem Tachostand hinzugefügt werden…
Aber erst mal die Kaffeemaschine im Motelzimmer anwerfen, Wetterkanal ansehen, Frühstück im Zimmer machen. Ich hatte da doch noch etwas Melone…die Melone ist, unangeschnitten ein idealer Reisebegleiter, schmeckt gut, löscht Durst und stillt den Hunger.
Ich beschloss, den nicht gerade geringen Umweg zu Sclerocactus whipplei zu machen. Der Standort liegt an der 95 in Richtung Nord-West von Mexican Hat aus.
Ich fuhr sehr früh los, es wurde grade mal so hell. Ich musste aber auch gleich wieder stoppen, der Mexican Hat wollte fotografiert werden. Ich fuhr weiter die 261 gen Norden durch eine Ebene. Was ich auf mich zukommen sah machte mich etwas stutzig, die Straße führte auf eine sehr steile Felswand zu, rechts weg zweigte die Valley Of The Gods RD ab.
Wie, da hoch? Wo ist die Straße? Ich kam immer näher, die Felswand wuchs, wo war die Straße? Aha! Es ging hier eine Serpentine hoch, recht enge Kurven, Schotter, Steine, Hinweisschilder hier doch langsam zu fahren, im eignen Interesse halt. Ich hatte keine Gegenverkehr und so kam ich oben an, hielt aber zwischen durch an einem Ausweichpunkt an um ein paar Bilder zu machen. Eine grandiose Landschaft! Der Höhenunterschied beträgt fast 300m.
Weiter ging zum Sclerocactus die 216 weiter, später links weg auf die 95. Ich folgte der 95, fuhr am Ceesebox vorbei, dem Käseglockenberg. Warum der so heißt, seht das Bild dazu.
Etwas weiter an der 95 kam mein Standort näher.
Ich parkte meinen RAV4 am Straßenrand, packte das Übliche an Ausrüstung und machte mich auf den Weg Kakteen zu suchen…und fand die Gesuchten auch, allerdings fand ich nur tote, abgestorbene Pflanzen vor. Ja wie nun, es waren lebenden Vertreter zu finden? Ich suchte weiter und da waren sie! Sclerocactus whipplei wurde in die D60 gebannt. Ich fand hier mehrere Exemplare, teils einzeln teils in Gruppen. Auch hier waren schon Knospen vorhanden, von Blüten keine Spur. Ich suchte hier im Gelände noch einige Zeit, fand noch S. parviflorus und andere Sachen, wie die überall gegenwärtigen Opuntia.
Ich packte meinen Kram wieder ins Auto und fuhr nun die 95 gen Osten und kam wieder am Natural Bridges NP vorbei, den ich vorhin rechts liegen ließ. Ich fuhr zum NP ins Visitorcenter. Dort traf ich eine Tschechen aus Budweis. Budweis=Bier! Ich sprach ihn darauf und er meinte er sei Braumeister bei Budweiser! Aha! Er sprach sehr gut Deutsch und wir unterhielten uns länger über unsere Reisen.
Hier wollte ich nun eine endlich mal eine schon länger von mir angelachte CD mit Indianermusik von Carlos Nakai kaufen…aber der Ranger meinte sein Kartenlesegerät ist defekt und ich hatte nix Bares mehr, besser gesagt wollte es nicht ausgeben, na ja…
Ich fuhr die Tour durch den NP und das kostet mich sehr viel Zeit. Die Bögen und das Gestein sind schon etwas anders, als ich es bisher gewöhnt war. Trozdem, sehr schön! Und ich war allein auf Tour, keiner weit und breit zu sehen…
Weiter auf die 95 in Richtung Blandig, dann gen Süden die 191, später links weg auf die 262 die später wieder zur Straße zwischen Mexican Hat Richtung Cortes wird. Ich musste ja auch was für den Tachometer machen…
Ich kam an die Kreuzung 262-161 und bog nach rechts ab, ich wollte zum Four Corner Point. Dort, wo sich die Staaten Colorado, Utah, Arizona & New Mexico treffen.
Ich bog ab ins Gelände zum Point. Navajoland = Permitt = Kohle. Mit 3$ war ich dabei. Hier waren ein paar Indianerbuden mit dem Üblichen zu finden und der Four Corner Point selbst. Ich machte meine Bilder, sah mir das Ganze an, es gibt extra eine Art Podest, um den Four Corner Point von oben fotografieren zu können. Hier waren nur wenige Leute die sich im Geländer verteilen, kein Gedrängel oder so. Und weiter geht’s…
Mein nächster Stopp war im Mesa Verde Gebiet der Standort von Sclerocactus mesae-verdae. Ich kam an die Kreuzung 161-491. Ich fuhr fast direkt auf den Chimney Rock zu, der sich hier majestätisch in den Himmel schiebt. Ich bog links ab, mein Standort lag unter einer Stromleitung im Gebiet rechts neben mir. Rechts neben mir war Navajo-Reservat und der übliche Zaun. So ein Schei…!
An ein rankommen an den Standort, den konnte ich ja schon sehen, war nicht zu denken. Hmm. Sollte hier wieder ein Standort, der sehr wichtig war, wegfallen?
Ich fuhr zurück zum Chimney Rock. Zu dem geht eine Straße rein, recht breit und gut befahrbar. Also rein und hinter den Rock gestellt, damit ich von der Straße nicht zu sehen bin, so mein Plan, der ausgeführt wurde.
Ich war hier zwar nicht am Standort selbst, aber der Boden war hier derselbe, dieselbe Struktur. Ich packte die übliche Ausrüstung uns stieg ins Gelände, gegenüber dem Chimney Rock hoch. Opuntia, weiter nichts, keine Sclerocactus mesae-verdae…ich ging zurück zum Auto was trinken und mich ärgern…Indianerreservat…Zäune…
Na ja, ich machte einen letzten Versuch, stieg in ein Gelände wo eigentlich nichts wuchs, außer dem Sclerocactus mesae-verdae vor dem ich plötzlich stand!
Hier waren sie also, mitten im Nichts!
Nicht etwas an Hängen oder so, nein flach im Gelände im Sand… Die Pflanzen hatten Knospen, Blüten und verblühte Blüten. Aber nicht eine Blüte war offen. Und das am Nachmittag bei bestem Wetter! Wann blühen diese Pflanzen?
Ich machte meine Bilder, sah mir das Substrat des Standortes an und begann weiter zu suchen.
Ich hörte ein Auto kommen – und tatsächlich, ich sah ein Rangerauto größerer Bauart langsam näherkommen und der Fahrer parkte neben meinem Auto und stieg aus.
Ich hielt es für besser sofort zurück zum Auto zu gehen. Das verschaffte mir auch Zeit mich drauf vorzubereiten möglichst ahnungslos zu wirken, was mir ja nicht schwer fällt…
Es war ein Navajo-Ranger in voller Uniform und Ausrüstung! Gerade vor denen war ich gewarnt worden, manche standen vor den Indianer-Ranger auch schon stramm. Na ja. Dieser Ranger hier war aber anders, er war wirklich sehr freundlich und ruhig. Do you have permit? Wie? Hier braucht man ein Permit? Ja! Das hier ist Navajo-Reservation-Area, betreten streng verboten, nur mit Permit. Wo bekomme ich denn das Permit her? Der Ranger meinte unten an der Straße ist eine Hütte, da gibt es das. Aber ich müsse jetzt sofort das Gelände verlassen…
Er fuhr solange hinter mir her, bis ich wieder auf der Straße war. Gegenüber an der Straße prangte ein großes Schild „Closed“, die Bude hatte zu. Nicht zu fassen. Ich fragte den Ranger, was nun? Bude zu, kein Permitt – kann ich eventuell doch wieder ohne zurück? Ausgeschlossen, meinte er! Er meinte, Pech gehabt, aber morgen 9Uhr macht die Bude wieder auf, dann bekäme ich problemlos mein Permit und könne wieder ins Gelände.
Ich wollte ja unbedingt die Pflanzen in Blüte sehen, daher beschoss ich, es wurde eh Abend, hier zu übernachten. Ich fuhr nach Cortez und fand ein so billiges Motel das ich nicht Nein sagen konnte und dort abstieg.
Auch hier war wieder problemlos Internet zu haben, der Zugangscode war abcdef1234. Leicht zu merken.
Es folgte das Übliche, Duschen, Abendbrot, MASH, Wetterkanal.
Morgen sollte es früh wieder zu den Sclerocactus mesae-verdae gehen und diese in voller Blüte zu sehen!
Gute Nacht!
![]()