Reisebericht zur 1. Kakteenreise – eine Reise zu den Sclero- & Pediocactus
24.April, Grand Canyon South Rim, Fahrt durchs Monument Valley, nach Mexican Hat
Sollte ich morgen früh aus Page verschwinden ohne den Grand Canyon gesehen zu haben? So meine letzten Gedanken vom Vortag. Nein!
Ich telephonierte in der Nacht mit meinem Bruder in Deutschland. Der meinte auch, da musst du eben zum South Rim fahren…
Ich packte sehr zeitig am Morgen meine Sachen im Motel 6, meldete mich dort ab, und packte meine Sachen und mich selbst ins Auto um zum South Rim zu fahren.
Ich fuhr die wieder die 89 entlang, diesmal nach Süden, um kurz nach Cameron nach rechts auf die 64, die zum South Rim führt, abzubiegen. Die Fahrt ging durch den Kaibab National Forest hoch zum South Rim. Die Fahrt war herrlich, das Wetter ebenso und ich konnte den schönen Wald, der mit unserem nicht zu vergleichen ist, genießen. Auf der Straße selbst war ich fast allein, ein sehr entspanntes Fahren. Die Strecke selbst schätze ich auf etwas über 200km ein, aber ja ja, darauf kam es ja nun auch nicht mehr an…
Ich erreichte den Grand Canyon.
Hier waren etwas mehr Leute, aber keines falls so, das es störte. Parkplätze waren reichlich vorhanden.
Irgendwie war ein Bus voller Japaner immer gerade da, wo ich auch war. Ich machte eine extra Pause zwischen den View Points – und der Japaner schien diese auch zu machen. Grr…alles voller Japse, die eigentlich nur damit beschäftigt waren sich selbst vor der Kulisse des GC ablichten zu lassen; Hauptsache ich war da, das schien mir ihr Motto zu sein. Hier sah ich einen weiteren Kondor fliegen, gut der war schon etwas weit weg, aber niemand von den Besuchern schien den Vogel bemerkt zu haben, ist ja auch nicht wichtig…
Es war ja noch recht früh am Tag, der Himmel noch diesig, so dass die Sicht im Canyon selbst teils recht trübe war. Aber ich konnte es mir nicht leisten hier bis zum Nachmittag auf bessere Sicht zu warten.
An einem der Parkplätze kam ein Rabe zu mir geflogen und sah mich mit seinen großen schwarzen Rabenaugen schräg von unten an. Aha, der will was von mir. Ich ging ums Auto rum und er flog auf einen Müllkübel, setzt sich auf den Rand und war für einen Amerikaner und mich ein gelungenes und geduldiges Fotoobjekt! Die restliche Leute kümmerten sich mit drum…warum auch…
Das der Rabe ausschließlich für Utahjoe da ist, und dieser auch nur von ihm abgelichtet werden darf, quasi ein personengebundener Rabe ist – das habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst! Joe, ich bitte nachträglich um Entschuldigung.
Bisher habe ich nichts zum Canyon selbst gesagt, es lässt sich aber auch ganz kurz sagen: Großartig! Alles was Weite und Größe betrifft, hier wird es getoppt!
An einer Absperrung standen Leute und unterhielten sich. Es war eine Gruppe Münchner, nein die wollten nicht zum Oktoberfest und hatten sich verlaufen, die eine Rundreise durch die USA machten. Die konnten sich nicht vorstellen, dass der gesamte Canyon nur durch den kleinen Fluss geschaffen wurde. Wir kamen ins Gespräch: na, früher war der Fluss ja auch nicht so klein, der harte Stein, und die ZEIT.
Am Dessert View Point steht ein schöner Aussichtsturm, von hier hat einen schönen Rundblick. Im Turm selbst gibt es allerhand für die Touristen zu kaufen. Ein Bild zeigt eine Tafel zum Bau/Entstehung des Turms selbst.
Im Gelände selbst gibt es noch das Visitorcenter, eine Ruine die zum Museum/Visitorcenter ausgebaut wurde, Kultstätten der Indianer und vieles mehr zu sehen. Bilder dazu auf meiner Homepage.
Die Zeit verging, ich hatte heute noch einiges vor…
Ich fuhr wieder zurück zur 89, dann rechts weg die 160 in Richtung Kayenta. Etwa in Höhe der Yellow Butte sah ich ein Schild an der Straße „Dinotraps“. Jo! Das war genau das, was ich suchte. Das 2. Schild, am 3. Schild ging es links rein. Das Dinogebiet ist Navajoland Navajoland = Permitt = Eintrittsgeld = Kohle. 3$ löhnte ich Eintritt. Ich sah Indianerbuden mit Krimskrams stehen und etliche „Führer“. Ich saß noch im Auto, als die schon am Fenster standen. Ich entschied mich für einen wir machten einen Preis aus, eine ordentliche Führung war mir schon was wert.
Er sagte zu mir, heute sei das Wetter gut, nicht so heiß wie im Sommer. Da kippen hier die Touris in der Steinwüste, dunkles Gestein + volle Sonne = extreme Hitze, um wie die Fliegen – Dehydrierung, Kreislaufkollaps.
Wir gingen so durch die Steinwüste und er erzählte mir, dass in diesem Gebiete wirklich groß Funde gemacht werden. Das hier ist Navajoland und die Navjoas graben hier selbst nach Fossilien. Finden sie etwas Großes oder Unbekanntes eilen die Professoren der Unis herbei um die Funde zu begutachten. Die kommen auch so mit ihren Studenten her im Feld zu unterrichten.
Ah! Die ersten Tapsen der Dinos – verewigt seit 240Millionen Jahren im Gestein. Es ist schon komisch sich vorzustellen, dass genau hier vorder langen Zeit die Dinos standen…
Es waren Spuren von Raptoren, die schlauen Gesellen aus Jurassic-Park, die so gefräßig waren und im Rudel agierten. Hier waren ihre Spuren, hoffentlich greifen sie uns nicht an…
Wir fanden noch einen Brutplatz, ein halbes Dino-Ei, eine Kralle eines Raptoren und mehr.
Weiter zum Monument Valley.
Von der 160 ging es links weg nach Kayenta auf die 163. Hier machte ich erst mal eine Pause, trinken ist sehr wichtig und Hunger hatte ich auch. Es ging so langsam gegen Abend zu.
Ich erreichte das Monument Valley. Zumindest war es hier laut Topo. Wie? Diese paar Felsen im Sandsturm, das war alles? Na, vielleicht kommen die „richtigen“ Felsen erst noch. Aber nein, ich war schon durch das Monument Valley durch. Komischer weise sah ich auch nirgends die Einfahrt zum Rundkurs durch die Felsen?
Überdies hätte ich die 60$ sowieso nicht bezahlt, ich leiste dem Wucher doch nicht noch Vorschub! Über die 60$ berichteten mir die Deutschen, welche ich in Page traf.
Alles in allem, das Monument Valley muss man nicht gesehen haben und deswegen hinfahren erst recht nicht. Gut, bei mir war es fast Abend, der Sand hing in der Luft, trotzdem war ich vom Monument Valley herb enttäuscht!
Es wurde Abend, ich fuhr durch Mexican Hat, suchte mir ein Motel, checkte dort ein.
Außen an der Wand zu den einzelnen Zimmern waren Kakteen ausgepflanzt. Aber zu meiner großen Überraschung alles Kakteen aus Südamerika! Die wachsen hier ja gar nicht…das meinte auch ein Amerikaner aus Florida, der auch Kakteen sammelt. Welch ein Zufall! Wir sprachen einige Zeit über unsere Pflanzen, bis sein Frau ihn drängte, sie habe Hunger. Wir verabschiedeten uns und wünschten Alles Gute!
Ich war in Restaurant neben dem Motel mexikanisch Essen, recht teuer aber reichlich.
Im Zimmer dann Internet, Dusche, Fernsehen, es gab mal wieder MASH.
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des normalen Tourismus, Kakteen gab es heute keine. Dafür eine Grandiose Landschaft im Grand Canyon, herrliche Landschaft und viele Meilen auf dem Tachometer.
Ob es morgen denn wieder Kakteen gibt?
Gute Nacht!
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