Reisebericht zur 1. Kakteenreise – eine Reise zu den Sclero- & Pediocactus

23.April, missglückter Besuch des North Rim, Kakteensuche am Rande des North Rim, Kondore über der Navajo Bridge

Heute sollte es zu einem weiteren Höhepunkt meiner Reise gehen – zu den Kakteen des North Rim. Natürlich sollte dabei auch ein Blick in den Grand Canyon nicht fehlen.

Ich ließ es in Page ruhig angehen denn die Fahrt zum North Rim sollte schnell erledigt sein und ich wollte erst bei etwas höherem Sonnenstand dort ankommen. Erstens wegen der Temperaturen aber auch wegen des Lichts zum Photographieren.


Ich fuhr von Page aus in Richtung 89A an den Vermillion Cliffs vorbei hoch zum Kaibab Plateau. Ich fuhr über die Navajoa Bridge am Marble Canyon, an den Vermillion Cliffs vorbei hoch zum Plateau.
Der 1. Stopp wurde beim Rock House eingelegt. Hier hat doch tatsächlich jemand um einen balancieren Felsen, so wie sie in klein auf den Bildern zu sehen sind, ein Haus herum gebaut! Hier war eine Tankstelle entstanden, um für die Fahrzeuge, welche auf das Kaibab Plateau wollten  Benzin zu haben. Gebaut wurde das Haus laut Schild 1930. Ich frage mich allerdings, wie haben die Erbauer die Übergange vom Dach zum Felsen dicht bekommen? Erstens der Wärme wegen und zweitens wegen des Wassers. Aber irgendwie muss es ja gegangen sein und die Bewohner waren mit ihrer Behausung zu Frieden. An Kakteen gab es hier lediglich Opuntia und Echinocereus zu finden.

Ich machte noch einen Abstecher in den Soap Creek, hier sollte Pedicactus bradyi wachsen, lief hier aber nur ein paar Meter, ich wollte ja schließlich wo anders hin.

Ich saß wieder im Auto in Richtung North Rim und war am Fuße des Hanges als ich während der Fahrt im Gelände die Spitzen einer Cylinderopuntia sah, später sollte mir diese Beobachtung wertvolle Dienste leisten.
Weiter auf das Plateau hoch!

Ich war auf dem Plateau angekommen und wollte links zum North Rim abbiegen – die Straße war gesperrt! Wie das denn?!

Ich hatte bei meinen Vorbereitungen zur Reise an alles gedacht, nur nicht an so was. Ich hatte nirgends etwas darüber gelesen, dass das North Rim im Winter gesperrt und angeblich erst Mitte Mai wieder freigegeben wird.

Jetzt viel ein entscheidender Punkt meiner Kakteenreise weg…was nun? Mich durch das Gelände nach vorn zum North Rim kämpfen, nein, das musste auch anders gehen!

Ich erinnerte mich sofort an die Cylinderopuntia, welche ich während meiner Fahrt gesehen hatte. Das Gebiet lag nicht weit weg und begab mich auf die Rückfahrt dorthin. Angekommen stellte ich mein Auto am Straßenrand ab und begab mich zur gesehen Stelle. Hier am einem flachen hang wuchsen alle Pflanzen die ich eigentlich auf dem Kaibab Plateau selbst erwartet habe! Agaven, Yucca, Optuntia aller Art, Echinocereus, Escobaria…hier war alles da!
Leider waren die Escobaria erst knospig, Blüten fand ich keine. Aber darum geht es mir ja auch nicht, ich möchte die Pflanzen selbst finden! Es war schon nach 12 Uhr, und ich hatte hier reichlich zu tun, Zeit hatte ich ja auch. Ich durchstreife dort den gesamten Hang und fand hier wirklich sehr viele Kakteen. Wie muss es hier, ein paar Wochen später, zur Blüte aussehen?! Dann blühen hier hunderte von Kakteen verschiedener Art gleichzeitig.


Es wurde Nachmittag, meine Bilder waren im Kasten, ich trat den Rückweg nach Page an. Ich fuhr wieder in Richtung Abhang des Plateaus, kam an einen View Point und hielt dort.
Von hier aus hat man eine prächtige Sicht in die unten liegende Ebene und deren Weite. Verschiede Tafeln wiesen hier auf Büffelherden hin, die früher größer als heute der klägliche Rest, die Weiten durchstreiften. Eine Tafel beschreibt den Kondor, der sich hier seit einigen Jahren wieder angesiedelt hat. Ich sah weder Büffel, noch Kondore und schätze ein, das diese von dem normalen Besucher noch weniger zu sehen seine als die Büffel.

Ich fuhr wieder über die Navajo Bridge und sah hier direkt an der Brücke Kakteen stehen. Ich parkte dort, packte meine Kamera und stieg ins Gelände zu den Kakteen. Hier fand ich verschiedenste Opuntia in Blüte.

Wenn ich einmal hier bin, es geht die Fußgängerbrücke parallel zur Navajoa Bridge über den Marble Canyon, dann gehe ich da auch mal drüber. Schließlich ist der Marble Canyon dort nicht von schlechten Eltern. Unten im Colorado River fuhren einige Schlauchboote, welche aus dieser Höhe recht klein wirkten…
Ich machte meine Bilder und sah einen Vogel, der irgendwie recht groß war. Er flog, besser gesagt, schwebte näher zur Brücke. Verdammt, das konnte nur der Kondor sein, der oben am View Point beschrieben war. Es waren noch einige Amis auf der Brücke, die sahen den Vogel auch und gerieten ist helle Aufregung. Die Auslöser klickten ohne Ende. Es kam aber noch besser, es flogen noch 3 Kondore her und nun kreisten hier 4 Kondore über unseren Köpfen. Jetzt wäre ein ordentliches Teleobjektiv nicht schlecht…
Nach dem Kondor-Erlebnis unterhielten wir uns noch eine Weile auf der Brücke über das eben Gesehene eh ich schließlich, an den, wie überall stehenden, so auch vertretenen Indianerbuden vorbei, zum Auto ging.  


Ich fuhr zurück nach Page. In Page ab in Wal-Mart eine Melone kaufen und was sonst noch wichtig erschien.
Ich machte etwas Heimatpost im Hotel zurecht und wollte diese auch gleich noch zur Post in Page bringen. Laut Navi war die Post nicht weit weg, 3mal links abbiegen und man ist da. Na ja fast. Laut Navi stand ich vor der Post, nur ich sah halt keine.
Ich fragte eine offensichtliche erkennbare Navajo-Frau nach dem Weg, in höflicher Art. Diese regierte nicht einmal und lief weiter. Ich war sehr überrauscht, denn so kannte die Amerikaner bisher nicht! Zweiter Versuch, wieder eine Indianerfrau, diesmal kam lediglich, ohne den Blick an mich zurichten, eine genuschelte sehr kurze Antwort! Was war hier los? Gut, ich sah nicht wie ein Tourist aus, eher wie ein Einheimischer. Was sich hier auftut, das ist wohl der innere Konflikt Amerikaner-Navajoas.

Ich fand die Post, ein recht respektables Gebäude 50m weiter etwas zurückgesetzt von der Straße, erledigte meine Sachen und fuhr zurück ins Motel 6.
Ich kopierte meine Bilder von der Kamera zum Laptop, in Lightroom, sicherte die Bilder auf DVD, erledigte meinen üblichen E-Mailkram und die Internetsachen.

Duschen, Abendbrot, Bett.

Trotz des gesperrten North Rim war der Tag heute, was die Kakteen betrifft sehr erfolgreich. Die Kondore leisteten ebenfalls einen schönen Beitrag zu einen Tag, mit dem ich sehr zu frieden bin.

Nur, ich hatte den Grand Canyon nicht gesehen. Sollte ich morgen früh aus Page verschwinden ohne den Grand Canyon gesehen zu haben?

 

Gute Nacht!

 

Katze