Reisebericht zur 1. Kakteenreise – eine Reise zu den Sclero- & Pediocactus

22.April, früh morgens ein zum Teil missglückter Besuch der Wahweap Hoodoos, Staudammführung in den Glen Canyon Dam, Kakteensuche um Page

Heute früh sollte es zu den Wahweap Hoodoos bei Big Water gehen. Das hieß also zeitig aufstehen und mein Wecker sollte mich um 4.45Uhr wecken, ich war aber eher als er.
Um 5.15Uhr saß ich im Auto und fuhr nach Big Water. Dort fuhr ich an der Fish Hatchery vorbei, das hatte ich ja am Vortag erkundet, durch etwas Gestrüpp (ich habe mich verfahren, bog irgendwie nach rechts weg…), fuhr weiter durch das Flussbett des Wahweap Creek zum "Parkplatz" am Zusammenfluss der 3 Creeks.

Es begann gerade zu leicht zu dämmern. (ich wollte zum Sonnenaufgang bei den Hoodoos sein) Ich packte meine Sachen, GPS, Kamera, Laptop und Taschenlampe und begann den trockenen Flusslauf hinauf zu den Hoodoos zu laufen. Im Flussbett war teils Wasser und Sandschlamm. Geröll, Sand, nasse Stellen. Es war recht schwierig voranzukommen.
Dann kam ich an den Zusammenfluss der 3 Creeks. Eigentlich gibt es linken Fluss fast gar nicht zusehen, weshalb sicher viele Besucher der Hoodoos den scheinbar mittleren Creek nehmen, der aber nicht der mittlere und somit richtige ist, sonder der rechte, der Nippel Creek. In diesen führen auch viele Spuren…
Kurze Zeit später versperrte ein Drahtzaun das Flussbett in seiner gesamten Breit…was soll das denn nun wieder. Ich suchte und fand an der linken Seite eine Umgehung. Die Zeit verrann, die Sonne stieg höher…
Ich versank bis zu den Knöcheln im Schlamm. Der Schlamm und das Wasser, ich habe es gekostet und es schmeckt sehr stark nach Natron(?), eroberten meine Wanderschuhe und Hosen. Wenn der Schlamm trocknet bildet er durch das Salz eine recht stabile und harte Kruste. (hier habe ich das Outfit für den Rest der Reise bekommen…)
Die Sonne kam dann bereits über die Bergspitzen hoch und ich hatte noch nicht mal die Hälfte des Weges. Hier war klar, die Tour ist missglückt...

Nach 2 Stunden im Geröll hatte ich endlich nach einer Biegung die ersten Hoodoos im Blick!

Die Hoodoos teilen sich in 3 Gruppen ein, von denen die nördlichste die schönste ist. Schnell zur nördlichsten Gruppe, ich wusste aus Reisebeschreibungen, dass diese als erstes im Schatten liegen würden. Jetzt sah ich diese Gruppe, aber wie rankommen? Vor türtme sich ein Wall aus Sträuchern, die nicht so einfach zu durchdringen waren. Ich musste erst wieder etwas zurück, um mir direkt an der Felswand einen Weg zu suchen…und die Zeit verrann und somit stieg die Sonne unbarmherzig höher und somit auch südlicher.
Natürlich, wie zu erwarten war, ich war zu spät und ein Teil der Hoodoos lag bereits im Schatten. Das Tal ist ja nur nach Osten hin offen, links wirft bereits kurz nach Sonnenaufgang Schatten auf die Hoodoos. Ich war einfach zu spät vor Ort, Schade!

Ich will aber nicht klagen, denn der wunderschöne Anblick der Hoodoos in der Sonne, deren  strahlendedes Weiß, was eben nur in der Sonne so kommt, der Blaue Himmel und die Ruhe entschädigten für den beschwerlichen Anmarsch tausendfach! Hier bietet sich dem Betrachter ein kleines, aber schönes Wunder der Natur.

Ich machte meine Bilder, ging langsam weiter zu den zwei anderen Gruppen, fand einen schön bedornten Echinocereus der direkt bei den Hoodoos wächst, traf im Flussbett einen Hasen dünner, magerer Gestalt mit sehr großen Ohren, der überhaupt keine Angst vor Menschen zu haben schien und begab mich auf den Rückmarsch.

Auf dem Rückweg kamen mir 2 Deutsche entgegen, die auch die Hoodoos besuchen wollten. Ausgerüstet mit GPS hatten sie noch 3 Kilometer – und würden die Hoodoos im Schatten vorfinden. Die Deutschen waren erst im falschen Creek! Die waren im auch im Nipple Creek, merkten ihren Fehler aber sicher durch das GPS.
Später kam ein noch älteres amerikanisches Paar gelaufen. Die sind mit einem normalen PKW auch bis zum „Parkplatz“ und durch das Flussbett gefahren. Der Weg bis dahin ist ja auch ohne Probleme zu befahren und ein SUV ist meiner Meinung nach nicht notwendig um bis zum oberen Parkplatz zu kommen, ein klein bisschen Autofahren sollte aber man schon können.


Wieder in Richtung Page unterwegs hielt ich wieder am Visitorcenter des Staudamms an, ging noch einmal zu „meinen Kakteen“ um dann etwas später die Sicherheitsschleuse im Visitorcenter zu passieren. Im Center meldete ich mich gleich für eine Führung durch den Staudamm an. Ab hier, wie den Rest der Reise mit Schlammschuhen und Hosen, so das mich nun deutlich von den normalen Touris in „guten“ Klamotten unterschied, worauf ich stolz war!
Nach einiger Zeit begann unsere Führung, wir waren rund 15 Mann. Im Sommer sieht das hier bestimmt anders aus. Nach einer kurzen Erklärung ging es per Fahrstuhl erst mal auf die Sperrmauer selbst. Hier wurde uns etwas über den Bau des Dammes und dessen Zweck erklärt – und das es seit 3 Jahren keinen richtigen Zufluss mehr gibt. Der Lake Powell ist so leer, wie seit seinem Bau niemals wieder.
Zu sehen ist hier noch eine verblieben Betonschütte größerer Dimension mit denen der Damm mit Beton gefüllt wurde.  
Es ging weiter über den Damm selbst zum nächsten Fahrstuhl und runter in den Generatorraum. Dort angekommen merkt man, dass der gesamte Boden leicht vibriert. Hier wirken Urgewalten und die Physik kann ihre Arbeit machen.
Durch den Beton der Mauer gelangt ständig eine geringe Menge Wasser, die aber ausreicht, um am Fuß der Mauer Gras wachsen zu lassen. Auch an den Steinwänden nach der Betonmauer sieht man das Wasser durch Risse im Gestein tropfen und sickern. Nichts hat ewig Bestand, die Natur schafft sich wieder den alten Flusslauf, es ist nur eine Frage der Zeit…
Der Früher unserer Gruppe legte viele gute Gründe für den Staudamm dar, manche Besucher stellten teils sehr kritische Fragen und ein Frau meinte, das Wasser diene ja auch zum Teil zum beregnen der Golfplätze…

Aha, die Frau ist Deutsche, wie am Dialekt zu hören war. Nach der Führung unterhielten wir uns fast 2 Stunden, woher, wohin, ich zeigte ihnen nochmals „meine Kakteen“. Die Beiden waren per Wohnmobil unterwegs und hatten damit eben das Problem, das manche Straßen für sie nicht passierbar waren.


Ich ging zum Auto, und überlegte was mit dem restlichen Nachmittag noch zu tun sei. Ich fuhr in die Umgebung von Page um spontan nach Kakteen zu suchen, fand aber nichts Brauchbares. Also fuhr ich zum Wal-Mart, kauft ein , auch wieder Melone und fuhr ins Motel.
Dort angekommen ging es ab unter die Dusche - es war nötig. Danach wollte ich ins Internet, den übliche E-Mail und Internetkram erledigen. Und, um auch zu sehen was täglich so von der Kreditkarte abgebucht wird.

Mein Laptop hatte eine Netzwerkverbindung, aber das Internet ging nicht, Fehler in der Verbindung. In solchen Fällen hilft es, den Accesspoint mal kurz resetten. Nur, wo steht das Ding?
Ich ging runter zur Lobby gegenüber den recht unfreundlichen und immer mürrisch dreinblickenden Damen der Anmeldung. Dort ist das „Business-Center“ zu finden. Ein recht hochtragender Name für einen PC, der in der Ecke steht.
Dort stand dann tatsächlich der Accesspoint oben auf einem Regal und blinkte vor sich hin. Also kurz Aus & wieder Ein – Hurra, die Interverbindung stand wieder.
Im Zimmer dann den üblichen Internetkram erledigt, die Melone verspeist, Fernsehen und heute zeitig ins Bett!

Morgen sollte es zum North Rim gehen.

 

Gute Nacht!

 

Katze