Reisebericht zur 1. Kakteenreise – eine Reise zu den Sclero- & Pediocactus
21.April, von Torrey über Boulder zum Bryce Canyon, Fahrt nach Page in den Sommer und zu den blühenden Kakteen
Die letzte Nacht in Torrey endete 5.30Uhr, ich packte meine Sachen ins Auto und ging zum Frühstück, Wie immer Kaffee, Waffeln, Milch, Obst für Unterwegs und eine Art Müsliriegel, auch für die Tasche.
Als ich zum Auto ging, es war es noch finster, kam mir der Hang hinter dem Hotel, der Parkplatz liegt genau davor, verdächtig vor. Hier könnten doch Kakteen wachsen. Also bin ich dort den Hang etwas hoch gelaufen und konnte schöne große Exemplare von Sclerocactus parviflorus finden. Diese hatten aber noch nicht mal Knospen, so kalt war es hier noch.
Es ging die Strecke wie am Vortag nach Boulder. Die Wiesen die hier schon bewässert wurden, auch nachts über, waren dick vereist. Das gesamte Beregnungswasser war gefroren.
Im Dixie National Forest standen Deers am Straßenrand, ich wollte sie fotografieren, aber so bald ich mit dem Auto stehen blieb verschwanden diese in den Wald. Etwas weiter sah ich direkt an der Straße Truthähne beim Balzen. Ich musste erst überlegen was das für Vögel sind, klar, das waren Thanksgiving-Braten die da rumstanden und im die Hennen wetteiferten.
Mein Weg folgte wieder durch die herrliche Landschaft die im Sonnenaufgang inbegriffen war. Es folgte die Fahrt durch die Kälte und Höhe vorbei am Deer Mountain in 3000m Höhe, weiter durch Boulder und Henrieville zum Bryce Canyon.
Hier soll der Bryce Canyon sein? Man kann sich das erst nicht denken, aber dann sieht man bereist einige Felsen, die so ähnlich wie auf den Bildern aussehen…
Am Eingang des Bryce Canyon war vor mir nur ein Fahrzeug, eins der Kassenhäuschen war besetzt. Ein älterer Ranger mit Hut und schöner Uniform begrüße mit „Morning Sir“. Aha, damit meinte er also mich…
Ich zückte meinen Annual Pass, dieser wurde durch den Scanner gezogen, ich erhielt das übliche Karten- & Infomaterial. Der Ranger wünschte mir viel Spaß im Bryce Canyon!
Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, dass ich das Glück hatte und der Bryce Canyon um diese Jahreszeit schon geöffnet war! Je nach Schneemenge kann er auch noch geschlossen sein…was ich später noch an anderer Stelle erleben sollte.
Hier oben war es früh morgens zu dieser Jahreszeit und der Höhe gefroren. Wir hatten Minusgrade, der verbliebene Schnee war steinhart gefroren. Die wenigen Autos in Canyon verteilten sich, ich war hier fast allein. Doch wie mag das wohl im Sommer hier aussehen? Nicht um sonnst werden hier die Shuttlebusse verkehren!
Zum Glück hatte eine feste Hose und eine ordentlich Jacke dabei, denn der Wind war nicht ohne. Hier sah ich doch tatsächlich Touris laufen in kurzen Hosen und Sommerklamotten, sicher kamen die aus Page, aus dem Sommer, was ich aber damals nicht wusste, ich fuhr ja erst nach Page runter.
Ich fuhr also durch den Bryce zu den View Points, machte Bilder die später teils zu Panoramabildern zusammengesetzt werden sollten, traf kaum Leute und hatte einen ganz fantastischen Blick in den Cayon, der in Bilder nicht festzuhalten ist! Und diese Ruhe hier oben, die Vögel zwitscherten, der Wald duftete – hier kam man’s aushalten.
Trotz der Kälte begann der Wald hier, sicherlich durch Einwirkung der Sonnenstrahlung, sehr stark nach Wald zu duften. Ein Umstand, den ich von unseren Wäldern in dieser Intensität nicht kenne. Die Bäume hier oben geben sehr gute Fotomotive ab, sie sind teils sehr Uhrig und knorrig und immer irgendwie eigenartig im Wuchs gedreht.
Auch hier musste ich Abschied nehmen und fuhr weiter über Hatch und Kanab nach Page. Unterwegs gab es was zu Mittag, der RAV4 musste auch mal wieder betankt werden. Ich fuhr in Kanab die 89 weiter nach Page, fuhr die Straße mit der langen Graden und dem eigentümlichen Bogen beim Fivemile Mountain vorbei und kam nach Big Water.
In Big Water ging ich in die Town Hall und traf dort eine nette Dame an. Ich fragte nach den Hoodoos und wie der Weg dorthin sei. Die Dame wurde nun noch freundlicher und meinte schon fast entschuldigend zu mir, sie selbst sei noch nie dort gewesen… Sie beschrieb mir die Anfahrt von Norden her. Ich sagte ihr das ich morgen früh von Süden den Wahweap Creek hochlaufen möchte und das ich zum Sonnenaufgang dort sein will. Das meinte sie auch, denn für heute sei es doch schon zu spät. Ich sah mich noch etwas im Ort um und suchte die Fish Hatchery Rd, damit ich morgen früh im Dunkeln nicht etwa noch die Straße suchen muss.
Weiter ging es nach Page. Ich fuhr runter nach Page, sah Wasser und war doch auch schon wenige Meter vor der Brücke über den Glen Canyon. Vor der Brücke sah ich etwas Violettes am Straßenrand blühen. Ich konnte nicht direkt erkennen was es war, aber konnten nur Kakteen sein.
Zu spät, ich war schon auf der Brücke nach Page rüber. Aber das ist ja kein Problem, ich wollte ja 3 Tage in Page bleiben, und suchte mir erst mal in Page ein Quartier. Am Ortsausgang von Page geht es ja links hoch zu den Hotels, rechts geht’s zum Wal-Mart. Ich eruierte die Preise und kam wieder beim Motel 6 an, für 3 Tage zahlte ich 108$. Ich packte meine Sachen ins Zimmer, fuhr in den Wal-Mart, holte dort unter anderen auch eine schöne große gekühlte Melone und fuhr wieder ins Motel. Dort machte ich erst mal eine kleine Pause, die Kakteen reißen ja nicht aus, wenn es denn welche waren.
Ich fuhr wieder über die Brücke des Glen Canyon und parke beim Visitorcenter. Ich ging über die Straße ein kleinen Hang hoch und fand etwa 20 Meter weiter weg von der Brücke eine herrliche Gruppe Sclerocactus parviflorus in voller Blüte stehen! Klar, hier war schon Sommer, in Torrey heute früh waren Minusgrade. Die Pflanzen stehen hier einzeln, sind im Schnitt 25cm hoch. Die Blütenfarbe variiert hier, selbst auf engsten Raum, von Dunkelviolett bis fast Weiß. Und das bei einer Art am selben Standort.
Gegenüber auf der Seite wächst eine sehr schöne, kurz bedornte Opuntia mit schönen violetten Blüten. Endlich habe ich die Kakteen, welche ich schon seit Grand Junction nur knospig gefunden habe in voller Blüte sehen können. (in Torrey hatten die selben Pflanzen noch nicht mal Knospen)
Also wer in Page ist, der sollte sich diesen Standort nicht entgehen lassen, er liegt ja quasi an der Straße!
Der Tag heute war geprägt durch die herrliche Fahrt von Torrey zum Bryce Canyon, dem Bryce Canyon selbst und dem Sommer in Page mit den schönen blühenden Kakteen. Ein schöner, erfolgreicher Tag ging wie üblich im Motel-Zimmer zu Ende. Es gab wieder MASH zu sehen…
Morgen sollte es früh zu den Wahweap Hoodoos gehen.
Gute Nacht!
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