Reisebericht zur 1. Kakteenreise – eine Reise zu den Sclero- & Pediocactus
20.April, von Torrey aus in’s Gelände, Catitol Reef NP, Boulder, Hole in the Rock Road
Mein 2. Tag in Torrey, der war zwar nicht so erfolgreich wie gestern der Tag, aber na ja.
Der Kaffee im Hotel war wenigstens warm, die Waffeln frisch gebacken, die Äpfel in der Tasche verschwunden – so begann mein 2. Tag in Torrey…hätte ich doch dort nur eine Nacht gebucht und nicht zwei…
Ich wollte unbedingt noch einmal die ganze Strecke zurück zum P. bradyi var. winkleri um die Pflanzen mit geschlossen Blüten zu sehen, um so besser den eigentlichen Pflanzenkörper ablichten zu können. Wenn ich schon das Glück habe zur richtigen Zeit hier zu sein, dann musste ich diese Möglichkeit unbedingt nutzen!
Die Strecke führte mich wieder durch den Capitol Reef NP, wo eine Frau gerade das Sternenbanner am Visitorcenter hisste.
Ich kam wieder am Standort von Sclerocactus whrightiae vorbei, suchte diesen auf und fand etwas weiter erneut einige Exemplare dieser kräftig bedornten Pflanzen.
Kurze Zeit später war ich wieder im Habitat von P. b. var. w., wusste das die Pflanzen dort stehen müssen und habe sie fast nicht gefunden. Mit geschlossen Blüten sind die kleinen Kerle fast nicht zu sehen.
Ich robbte vor den Pflanzen im Dreck und machte meine Bilder. Die Temperatur lag weit unten, es ging nicht ohne Jacke und ich war froh nach getaner Arbeit wieder Auto im zu sitzen und die Klimaautomatik ihre Arbeit tun zulassen. Aber es sollte noch kälter werden heute…
Was mit dem angerissen Tag tun?
Ich hatte noch einen weiteren Standort von Escobaria missourienses. Dieser lag in Richtung Boulder, nach Boulder von der 12 die Hole in the Rock Road runter gen Süden. Das waren aber mal wieder etliche Meilen, ich musste ja auch wieder nach Torrey zurück…hätte ich doch dort nur eine Nacht gebucht und nicht zwei…
Auf nach Boulder! Die Fahrt nach Boulder ist ein Traum! Der Dixie National Forest ist wunderschön, die Landschaft ein Traum aus Stein, Hügeln, Farben, Kiefern und Wacholder. Hier oben war es stellenweise noch gefroren, es waren Minusgrade. Was soll man hier als erstes Photographieren?
Nach Boulder bog ich von der 12 links weg eine Dirt Road rein, die Hole in the Rock Road, die auch dorthin führt.
An der Straße ein Schild das mahnte: Haben Sie genügend Sprit und Wasser mit? Diese „Straße“ war teils ganz schön mit Sand verweht, Waschbrettpiste, Staub. Hier war mehr Verkehr als ich dachte, es waren aber scheinbar nur Einheimische unterwegs. Eine Frau habe ich an einer kleinen Sanddüne mit ihrem Wohnmobil getroffen! Ob die wusste was sie da tut?
Nach längerer Fahrt auf dieser doch etwas anspruchsvolleren Straße, wo fährt man, im Sand oder auf dem Waschbrett, kam ich zum Standort von Escobaria missouriensis an. Hier sollte die wachsen? Es regten sich Zweifel an diesem Standort. Aber man weiß ja nie!
Ich suchte dort längere Zeit vergeblich…Schade!
Ich fuhr die Dirt Road zurück in Richtung Torrey, als mir langsam ein Sheriff entgegenfahren kam. 20m vor mir schalte er alle Lampen und Lichter an seinem Wagen ein, der Einfallsreichtum der Amerikaner wo, wie, und welche Lampen und Blinklichter aller Art sie an ihre Wagen anbringenden können scheint keine Grenzen zu kennen, was wohl heißen sollte, ich will was von dir! Oh Gott, was will der bloß?!
Wir fuhren so, dass direkt Fenster an Fenster war. Er grüße, ich grüße höflich zurück. Es seien in der Nacht hier einige Autos gestohlen worden, er hat sie mir beschrieben, ob ich solche Fahrzeige hier gesehen hätte. Ich verneinte. Jetzt sah er erstaunt meinen Laptop auf dem Beifahrersitz mit Topo drauf, wünschte mir eine Gute Reise und verabschiedete sich.
Es war Nachmittag, vor mir lagen dutzende von Meilen zurück nach Torrey… hätte ich doch dort nur eine Nacht gebucht und nicht zwei…
Nach längerer Fahrt war ich wieder in Torrey, hatte zwar heute keine neuen Kakteen gefunden, besser gesagt, keine die mich interessieren, aber der Tag war landschaftlich gesehen ein Traum!
Wenn ich morgen in aller Frühe Torrey verlassen würde, dann sehe ich die Landschaft nie so, wie ich heute das Vergnügen dazu hatte.
In Torrey ging es ab ins Hotel, unter die Dusche und ab in mein Bett (bis heute weiß ich nicht, wo zu jede der einzelnen Decken im Bett gedacht ist…) eine Runde schlafen, was auch Not tat, denn ich war irgendwie fertig. Abends war ich nochmals im Subways und holte was Frisches zu beißen, machte gemütlich im Bett Abendbrot und sah MASH im Original im Fernsehen. Nur fehlten hier meine Englischkenntnisse um über die Witze lachen zu können. Aber ich kannte die Episoden im Deutschen und von daher war es kein Problem…
Morgen sollte es nach Page gehen,
Gute Nacht!
![]()