das verwendete Substrat
•mein Substrat •Bezugsquellen •Zeolith •Perlite
Informationen zu den von mir verwendeten Substrat
Als Substrat verwende ich eine rein mineralische Mischung aus Blähschiefer, Blähton, Bimskies, Lava, Grünsteinsplitt, natürlich verwittertem Granit (aus dem Raum Dresden), Perlite (wasseraufnehmend), und Zeolith. (Zeolith dient hierbei zur Nährstoffspeicherung)
Als Abdeckung kommt Blähschiefer zum Einsatz. Das sieht sehr gut aus und ist billig.
Diesen habe ich natürlich nicht bei einem Händler gekauft, welcher für ein paar Liter auch ein paar Euro haben will, sondern direkt ab Werk im Unterloquwitz in Thüringen. (Man kann dort ohne Probleme als Privatperson kaufen und Kakteensammler sind dort schon bekannte Kunden. 50 Liter kosten dort 4.-€.)
Die Vorteile des Substrates liegen auf der Hand. Es ist strukturstabil, Staunässe wird vermieden und es ist sehr luftdurchlässig, eine Eigenschaft die ich besonders wichtig finde!
Trotzdem kann 1 Liter meines Substrates 120ml Wasser speichern.
Natürlich muss ich mich nun auch genauer um die Ernährung meiner Pflanzen kümmern! (es fehlen die Ton-Humus-Komplexe, welche im Boden die Nährstoffe anlagern/speichern) Ich dünge daher mit Sukural welches ich von Herrn Schaurig beziehe.
Ich weiß nicht, was das besondere an diesem Dünger ist, aber man sieht es den Pflanzen sofort an wenn sie gedüngt worden sind. Der Stickstoffgehalt in diesem Dünger ist jedenfalls nicht anderes, als bei anderen Produkten auch. Die Düngerlösungen werden mit einem Leitwertmessgerät auf 750μS eingestellt. Lieber dünge ich etwas öfter dafür aber nicht so stark.
Betonen möchte ich noch, das ich beim Gießen auch ein Eisenpräparat einsetze, da dass mineralische Substrat Eisen anlagert und es so nicht für die Pflanzen verfügbar ist. Um der Gefahr von Chlorose durch Eisenmangel vorzubeugen benutze ich Fetrilon 13%, mit Spurenelementen,welches ich dem Gießwasser zusetze. Das Präparat gibt es auch mit einem Zusatz von Spurenelementen. Diese Erfahrungen werden mir auch von anderen Sammlern bestätigt.
Bezugsquellen von mineralischen Substratbestandteilen, oder welches bautechnische Produkt enthält welchen Stoff
Sie kennen sicher das Problem:
Da wird überall beschrieben was in eine rein mineralische Substratmischung kommt. (diese Mischung ist natürlich bei jedem Sammler anderes, aber die Grundbestandteile sind gleich)
Das Problem ist nur, wo bekomme ich die ganzen angeben Sachen her?
Manche Händler bieten solche Produkte an. Aber über die horrenden Preise für Kleinstmengen brauchen wir nicht zu reden.
Einige Produkte gibt es in Baumärkten. Die meisten jedoch im Baustofffachhandel! Welcher Fachhandel gerade verfügbar ist, kann örtlich unterschiedlich sein. Bekannt sind BayWa, Raab Karcher u.s.w.
Das nächste Problem ist; wenn Sie in einen Baustofffachhandel, z.B. nach Blähton fragen, bekommt man zur Antwort: So etwas haben wir nicht! Da müssen sie wo anders hingehen!
Die Antwort erklärt sich daher, das viele Angestellte meist nur die Produkte kennen, nicht aber deren Inhaltsstoffe!
Dem ist aber nicht so! Der Baustofffachhandel bietet sehr viele interessante Produkte. Nur, man muß eben wissen, welches Produkt was enthält, das ist der entscheidente Punkt.
Ich habe eine Aufstellung welche zeigt, unter welchem Handelsnamen Prokukte laufen und aus was sie zusammengesetzt sind.
Baumarkt:
· Perlite, gibt als 80l Sack, weiß mit rot, in der Baustoffabteilung. Es wird als Trockenschüttung verwendet
· Lava , gibt es meist im Winter als Streugut, ist auch in Supermärkten zu finden
· Bimskies, gibt es meist im Winter als Streugut
· Kalkgestein aus den Dolomiten, 2-4mm, als Streugut im Winter
Baustofffachhandel:
(es wird auch Sackweise abgegeben)
· Bimskies, Raab-Karcher Trockenschüttung, 2-4mm, 60l
· Blähton, FiboTherm Trockenschüttung, 2-4mm, Kulgeln/Bruch, 50l, 6.40€
· Blähton, FiboTherm Hohlraumschüttung, 5-20mm, große fast runde geschlossene Teile, 50l
· Blähschiefer, Novopan Trockenschüttung, 60l, 9,60€, sehr teures Markenprodukt
· Lava, als Streugut im Winter zu finden
· Blähschiefer, Ulopor, verschiedene Körnungen, 60l, um die 4,50€, machmal als Streugut angeboten
· verschiede Kiese und Sande, meist im Außenbereich, regional sehr unterschiedlich
· maxit clay AS 102 Schallschutzschüttung – Blähton 0 - 2 mm
· maxit clay AS 104 Trockenschüttung
– Blähtonschüttung 2 - 4 mm
· maxit clay AS 108 Trockenschüttung – leichte
Blähtonschüttung 4 - 8 mm
· maxit clay BS 408 Blähtonschüttung
– Blähton 4 - 8 mm
· maxit clay BS 416 Blähtonschüttung
– naturbelassener Blähton 8 - 16 mm rund, ohne Anspruch an die Restfeuchte
Blähschiefer direkt vom Hersteller:
VTS Koop Schiefer GmbH & Co. Thüringen KG, Ortsstr.44b, 07330 Unterloquitz
Tel.: 036731/25-0 – Blähschiefer Körnung 0-2mm, 2-4mm, 4-8mm, 8-16mm
Link: Koop Schiefer GmbH
In Unterloquitz ist man als privater Kakteensammler sehr willkommen. Alle großen Händler und Züchter in Deutschland kaufen dort ihren Blähschiefer!
Am günstigsten fährt man mit ULUPOR Streugut. Das gibt es in unterschiedlichen Größen.
Zum Preis: 60l haben bei mir 4,50€ gekostet.
Zeolith:
Zeolith ist ein Gestein welches die besondere Eigenschaft besitzt Nährstoffe bei Überschuss zu speichern und die diese bei Bedarf wieder abzugeben.
Das Zeolith ist daher besonders für den Einsatz in mineralischen Substraten, welche schlecht Nährstoffe speichern, geeignet. Es dient als Nährstoffpuffer.
Als Bezugsquelle kann ich derzeit nur die Zoofachgeschäfte, die Aquarianer verwenden es zum binden von Stickstoffverbindungen im Wasser, oder einige gute Händler bei eBay nennen.
Dort kaufe ich recht günstig mein Zeolith. Meist 20l Säcke.
Wichtig ist, das Sie kein technisches Zeolith, z.B. Köstrolith, verwenden!! Diese Produkte sind rein für industrielle Anwendung künstlich hergestellt, weisen eine extreme basische Reaktion auf, und sind etwas heikel im Umgang.
Zum Thema Perlite:
Perlite verwenden viele Sammler in ihren Substraten.
Was ist eigentlich Perlit?
Ausgangsmaterial ist ein vulkanisches Gestein mit der mineralogischen Bezeichnung Perlit. Der Entstehung nach könnte man dieses Gestein von seiner chemischen Zusammensetzung her als Naturglas bezeichnen. (Alkaligehalt 7-8%).
Perlit-Gestein enthält lose durch Adsorbtion gebundenes Wasser, das bei raschem Erhitzen verdampft. Dabei entstehen bimsartige Produkte mit extrem dünnen Porenwänden.
Vor etlicher Zeit hatte ich einmal eine Diskussion rund um Perlite. Es waren komischerweise zwei völlig unterschiedliche Meinungen im Spiel. Man konnte fast meinen, es war von zwei völlig unterschiedlich Stoffen die Rede! Dem war auch fast so, wie sich später herausgestellt hat.
Folgendes hat sich ergeben:
Ich sprach die ganze Zeit über das normale unbehandelte Perlite. Dieses saugt eine ganz gehörige Menge an Wasser auf.
Der Andere hingegen von einem Perlite, welches nicht die kleinste Menge an Wasser aufsaugt und sich somit fast wie Styropor benimmt.
Der Grund dazu ist folgender wie ein Anruf beim Hersteller ergab:
Es gibt eine Sorte Perlite die wird so, wie sie aus dem Ofen kommt, belassen.
Diese saugt Wasser auf.
Die andere Sorte wird in einer Wirbelkammer mit einem Lacknebel übezogen und ist somit wasserdicht.
Das hat seine Gründe in der Verwendung von Perlite im Bauwesen, wozu dieser Stoff ja eigentlich auch gedacht ist!
Je nach dem welche Sorte man einsetzt ist das Verhalten also anders. Deshalb finde ich es wichtig, überhaupt um diesen Sachverhalt zu wissen! Somit erklären sich auch die manchmal gegensätzlichen Meinungen zu diesem Substartbestandteil.
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