zu den Kakteen allgemein – von meinen Anfängern bis heute…

Mein erster Kontakt mit Kakteen bestand darin, als in unserer Familie die Frage auftauchte, ob die Kindeln, die der geschenkte Kaktus auf dem Fensterbrett schob, nun abgemacht werden müssen, oder ob sie dranbleiben sollen!

Damals war ich 11 Jahre alt. Die Pflanze um welche es sich handelte war Leptocladodia elongata, heute Mammillaria elongata.

Zur Klärung der Frage habe ich mir aus der Gemeindebücherei das Buch „Freude mit Kakteen“ von Walter Haage ausgeliehen, welches damals mein Standartwerk wurde. So wurde früh mein Interesse für die Kakteen geweckt.

Die Eltern eines Schulfreundes von mir betrieben in Syrau eine Gärtnerei, Spezialgebiet Alpenveilchen. In der „Vermehrung“ dieser Gärtnerei gab es einiges an Kakteen, jeder Gärtner hatte das damals so. Aporocactus flagelliformis, Mammillaria gracilis, prolifera, Rhipsalis und andere. Da mussten natürlich Absenker geschnorrt werden…

 

Durch einen Beitrag in der Zeitschrift „Der Gute Rat“ wurde unser Augenmerk nach Erfurt gelenkt zum VEG (S) Zierpflanzen Erfurt, Blumenstraße 68. Heute wieder die Firma Haage. Bei einem Besuch dort wurden aus dem Verkaufsgewächshaus einige Pflanzen mit nach Syrau genommen. Astrophytum myriostigma, Krainzia longiflora und noch ein paar andere Sachen. Das alles fand auf einem Fensterbrett Platz. Was die Krainzia und die Gardine betrifft, so brauche ich ja wohl nichts weiter zu sagen! Leider sah es bis jetzt mit Blüten schlecht aus und meine Motivation für dieses Hobby war auf einem Tiefpunkt angelangt.

Zum Glück konnte ich meine Eltern überreden ein Frühbeet zu bauen. Die Größe entsprach einem Holländerfenster. Es gibt Bilder welche die eben umgezogenen Pflanzen im Frühbeet zeigen. (Später sind sie in der Galerie zu sehen) Topfabstand 10cm… Der Unterschied zwischen der Kultur am Fenster und dem Frühbeet war gewaltig!
Wuchs und Bedornung erreichten ein völlig anderes Maß als im Zimmer. Gegossen wurde reichlich mit der Gießkanne. Das hatte zur Folge, das überschüssiges Wasser einfach durch den Topf sickern konnte. Probleme mit einer Versalzung des Substrates gab es zu dieser Zeit keine. Nicht das ich heute Problem hätte, aber das Durchspülen des Topfes samt Inhalt ist eine sehr gute Sache.

Von nun an wuchsen die Kakteen prächtig und Blüten ließen nicht lange auf sich warten! Im Winter waren die Kakteen im trockenen, rund 10°C warmen Keller untergebracht. Ich beleuchtete mit mehreren 60Watt Leuchtstoffröhren, was ich heute, nicht nur aus Kostengründen, nicht mehr tun würde.

Die Sammlung wuchs und ich fragte mich langsam wohin mit den vielen Kakteen!

 

Von meinem Lehrlingsgeld kaufte ich mir ein Gewächshaus vom Typ „Plauen“. Hergestellt wurde dies in der Konsumgüterproduktion des „Stahlbau Plauen“. Die Kosten von 1200.-M waren im Vergleich zu meinem Lehrlingsgeld enorm. Aber was tut man nicht alles für seine Kakteen!

Die Sammlung zog nun in das Gewächshaus um. Wieder ein Unterschied wie Tag und Nacht. Endlich überdachter Platz zum Arbeiten und der Temperaturwechsel durch die Größe des Hauses nicht mehr so extrem wie im Frühbeet. Dieses Gewächshaus benutze ich noch heute. Die vielen Jahre seiner Nutzung zeigen sich nur an einigen Plastikbeschichtungen, welche sich lösen. Korrosion ist an der vollverzinkten Metallkonstruktion keine zu finden. Alle Teile sind feuerverzinkt und sind seit Jahren stabil; ein Beweis für die gute Qualität des Gewächshauses!

Meine erste Kakteensammlung habe ich leider einmal verkauft als meine Arbeit im Strandbadservice Saalburg begann…
Aber da kann man nichts mehr machen.

 

Vor 8 Jahren habe ich dann begonnen, mir eine neue Sammlung aufzubauen.
Schnell wurde mir klar, dass ich nicht querbeet sammeln wollte, sondern nur Gattungen, welche mir gefallen und die ich in meinen Verhältnissen gut kultivieren kann. Vor allem haben es mir die Astrophytum angetan, nicht erst als sie (damals) Modepflanzen wurden. Ariocarpus, Lophophora , Epithelantha, Turbinicarpus stellen den Hauptteil. Mexikaner eben. Daneben gibt es noch ein Teil frostharte Pflanzen. Hier sind Escobaria, Navajoa, Sclerocactus, Neobesseya, Opuntia und Echinocereus vertreten. Man glaubt nicht was eigentlich so alles winterfest ist! Ein sehr gutes Buch zu diesem Thema ist „Winterharte Kakteen“ von Kümmel/Klügling. Monotypische Gattungen und andere kleine Seltenheiten stellen den Rest.


Nun ist auch diese Sammlung Geschichte…


Ich wohne hier in Syrau im Ortsteil „Kalter Frosch“, warum wohl möge dieser Teils so heißen? Das Haus steht dazu noch in einer Senke, sicher der kälteste Teil im ganzen Ort.
Aus diesen Gründen überlegte ich mir, was eigentlich, wenn ich nur Pflanzen hätte, welche ohne Heizung das ganze Jahr im Gewächshaus stehen könnten? (aus Kostengründen räumte ich die ganzen Kakteen den Winter über ins Wohnhaus)


So viel denn meine Entscheidung dahin gehend, die Sammlung zu verkaufen und wiederum völlig von vorn zu beginnen.


Nun mit dem Schwerpunkt auf Frostharten Kakteen.


Ich sammle hier eigentlich fast alles, außer Opuntia und Echinocereus. Wobei letztere schon vorhanden sind, allerdings als Pfropfunterlagen…
Ich besitze nur vier Pflanzen die aus diesem Rahmen fallen. Einen Gymnocalycium, einen Oreocereus trolli, schön groß und sprossend, ein großes A. ornatum, eine Rebutia minuscula und 2, 3 andere Sachen.

 

Den Großteil stellen jetzt Sclero- & Pediocactus neben Escobaria und ein paar anderen frostfesten Sachen.

Sämlingspfropfungen mache ich nach wie vor auf eine besonders kältefeste Selenicereus.

Die letzten Jahre mussten die Pflanzen teils Temperaturen von bis zu -23°C aushalten, was speziell bei den Escobaria, hier die weiß bedornten, einige Ausfälle verursachte. Jedoch werden auch die Sämlinge, wurzelecht, nicht verweichlicht, sondern müssen ebenfalls bereits den 1. Winter im GH verbringen.

 

 

Katze